Wurmerkrankungen bei Kindern


Gefahr aus dem Sandkasten?
Wurmerkrankungen bei Kindern

Kratzt sich das Kind häufig oder sind gar Würmer im Stuhl zu erkennen? Das ist kein Grund für Panik – denn eine Wurmerkrankung ist bei Kindern meist harmlos. Ein Überblick über die häufigsten Wurminfektionen und einfache Tipps zur Vorbeugung.

Häufige Wurmarten und ihre Symptome

Im Kindergarten- und Grundschulalter sind Madenwürmer (Oxyuren) besonders häufig. Kinder infizieren sich, indem sie Wurmeier über verunreinigte Nahrung oder Spielsachen aufnehmen. Aus den Eiern schlüpfen im Darm Larven, die sich zu etwa 1 cm langen, weißen Würmern entwickeln. Die Weibchen kriechen nachts aus der Analöffnung, um ihre Eier rund um den Anus abzulegen. Dies führt bei den Erkrankten zu einem starken Juckreiz, weshalb sich betroffene Kinder häufig am Po kratzen und die unter ihren Fingernägeln haftenden Eier auf andere Gegenstände übertragen.

Anders verhält es sich mit den seltenen Spulwürmern: Diese werden meist mit Gemüse aufgenommen, das z. B. mit eierhaltigen Fäkalien verunreinigt ist. Die im Darm geschlüpften Larven wandern zuerst über den Blutkreislauf über Leber und Lunge bis in den Kehlkopf, wo sie durch Schlucken erneut in den Verdauungstrakt gelangen. Dort entwickeln sie sich schließlich zu den bis zu 40 cm langen Würmern, die auch gelegentlich mit dem Stuhl ausgeschieden werden.Während ihrer Wanderung durch Lunge und Leber leiden Erkrankte häufig unter Fieber, Husten und grippeähnlichen Beschwerden. Die Würmer im Darm führen dann zu Bauchschmerzen und Appetitlosigkeit. In seltenen Fällen verursachen Wurmknäuel einen lebensbedrohlichen, mechanischen Darmverschluss.

Ebenfalls eher selten stecken sich Kinder mit dem Rinder- oder Schweinebandwurm an. Die Infektionsquelle ist dann rohes oder unzureichend gebratenes Fleisch, das Bandwurmfinnen (Larven des Bandwurms) enthält. Aus den Finnen entwickeln sich im Darm reife Bandwürmer, die unter anderem zu Bauchschmerzen und Gewichtsverlust trotz regelmäßigem Essen führen. Die etwa 2 cm langen, eiertragenden Bandwurmabschnitte (Proglottiden) werden gelegentlich mit dem Stuhl ausgeschieden.Gefährlicher ist eine Bandwurminfektion, wenn nicht die Finnen, sondern die Bandwurmeier aufgenommen werden – dies ist selten, aber z. B. durch eine Selbstinfektion möglich. Denn dann wandern die im Darm geschlüpften Larven über die Blutgefäße in andere Organe (Zystizerkose). Je nach befallenem Organ drohen dann Erblindung, Krampfanfälle oder Muskelschmerzen.

Therapie und Vorsorge

Wurmerkrankungen behandelt die Ärzt*in meist mit einer Wurmkur in Form von Tabletten oder einem Saft. Meist empfiehlt es sich, alle Familienmitglieder mitzubehandeln, da die Würmer schnell von einer Person auf die andere übertragen werden. Genauso wichtig ist es, Kleidung und auch Bettwäsche gründlich zu waschen, um alle Wurmeier loszuwerden. Für den Therapieerfolg sind zusätzlich hygienische Maßnahmen, wie häufiges Händewaschen, streng einzuhalten. Wurmerkrankungen lassen sich vermeiden, indem man:

  • Vor dem Essen die Hände wäscht
  • Gemüse und Obst vor dem Verzehr gründlich abspült
  • Spielsachen, die auch draußen genutzt werden (Sandspielzeug), regelmäßig reinigt
  • Kindern die Fingernägel möglichst kurz schneidet
  • Haustiere regelmäßig entwurmt.

Quelle: Kinder- & Jugendärzte im Netz

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