Vorsicht beim Hunde-Kuss!


Gefährliche Keime
Vorsicht beim Hunde-Kuss!

Im Hundemaul hausen massenweise Keime, das ist bekannt. Deshalb sind Hundebisse auch so gefährlich. Weniger bekannt ist: Auch beim Streicheln der Vierbeiner oder beim Abgeleckt-Werden droht Infektionsgefahr.

Harmlos im Hundemaul, gefährlich im Menschen

Die Maulflora eines Hundes ist artenreich. Ein typischer Vertreter ist das Stäbchenbakterium Capnocytophaga canimorsus, das friedlich sowohl in Hunde- als auch in Katzenmäulern lebt. Im Menschen ist das Bakterium leider weniger harmlos. Vor allem bei geschwächtem Immunsystem kann es zu schweren Infektionen mit Sepsis und Hirnhautentzündung führen.

Inzwischen mehren sich die Hinweise, dass der Keim auch Gesunde in Gefahr bringt — und sogar ganz ohne Hundebiss in den Menschen gelangt. So zum Beispiel bei einer 26-jährigen Sportlerin, die mit Verwirrtheit, Kopfschmerzen und Unwohlsein in die Notaufnahme kam. Diagnose: Hirnhautentzündung. Bei der Untersuchung der Hirnflüssigkeit stießen die Ärzt*innen auf Capnocytophaga und behandelten sofort mit einem passenden Antibiotikum. Die Frau hatte Glück und erholte sich wieder.

Streicheln reicht für Infektion

Doch wo hatte sich die junge Frau den Hundekeim eingefangen? Einen eigenen Vierbeiner besaß sie nicht. Allerdings streichelte sie manchmal einen fremden Hund im Fitnesstudio, in dem sie trainierte. Wahrscheinlich war der Keim beim Streicheln über minimale Hautdefekte an der Hand in die Blutbahn der Frau geraten, mutmaßen die Ärzt*innen. Denn Hunde lecken sich häufig und hinterlassen dabei Speichel — und mit ihm auch Bakterien — in ihrem Fell. Möglich ist aber auch, dass der Hund die Frau abgeleckt und die Bakterien so auf ihre Haut übertragen hat.

Ähnliches gilt auch für einen Hundebesitzer, der 2019 an einer Infektion mit Capnocytophaga sogar verstarb. Auch er hatte ein intaktes Immunsystem, auch bei ihm war kein Hundebiss bekannt. Ablecken oder Streicheln hatte offenbar für eine Infektion ausreicht.

So schützt man sich vor Hundekeimen

Zum Glück sind Infektionen mit Capnocytophaga selten. Doch Hunde können auch andere Erreger wie beispielsweise Parasiten übertragen. Deshalb sollten Hundefreunde auf Hygiene achten. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt folgende Tipps:

  • Hände waschen, am besten nach jedem Tierkontakt.
  • Hunde nicht küssen oder mit ins Bett nehmen.
  • Den Hund keinesfalls über das Gesicht oder offene Wunden lecken lassen.
  • Während der Zubereitung von Speisen oder während des Essens den Hund nicht streicheln.
  • Futter- und Trinknapf nach jedem Gebrauch säubern, Wasser regelmäßig wechseln.
  • Hundedecken regelmäßig bei mindestens 60° C waschen.
  • Bei Bisswunden besser den Arzt aufsuchen. Kratzwunden mit antiseptischen Mitteln behandeln.
  • Hunde regelmäßig impfen und entwurmen, erkrankte Tiere von der Tierärzt*in behandeln lassen.
  • Fremde Hunde am besten gar nicht anfassen.

Quellen: Springer Medizin, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

News

Rückenschmerzen: Was hilft wirklich?
Rückenschmerzen: Was hilft wirklich?

Oft nur kurzfristige Linderung

Ob Akupunktur, Massagen oder Bewegung - es gibt viele Strategien, die Rückenschmerzen lindern. Aber leider halten viele Effekte scheinbar nur kurzfristig an.   mehr

Kein Magenkrebs durch Langzeit-PPI
Kein Magenkrebs durch Langzeit-PPI

Entwarnung beim Magenschutz

Lange galt die Sorge, dass eine dauerhafte Behandlung mit Protonenpumpenhemmern (PPI) das Risiko für Magenkrebs erhöhen könnte. Eine große aktuelle Studie gibt nun Entwarnung.   mehr

Magen-Darm-Infekt vom Küchenschwamm
Magen-Darm-Infekt vom Küchenschwamm

Gefährliche Keimschleuder

Ein Küchenschwamm kann sauber aussehen und trotzdem Millionen Bakterien beherbergen. Damit über die Arbeitsflächen keine Krankheitserreger auf Speisen übertragen werden, sollte man ein paar Hygieneregeln beachten.   mehr

Reisen mit der Anti-Baby-Pille
Ein Pärchen sitzt bei Sonnenuntergang am Strand und küsst sich.

Tipps für den Urlaub

Eine größere Reise bringt einige Herausforderungen mit sich. Neben dem Packen und der Anfahrtsplanung sollte dabei auch die Verhütungsplanung mit der Anti-Baby-Pille nicht vergessen werden.   mehr

Sonnenbrille schützt vor Augenschäden

Nahaufnahme einer Frau mit Sonnenbrille vor einem Sonnenuntergang.

Ab UV-Index von 3 aufsetzen

Ob am Strand, auf der Terrasse oder im Gebirge: Dass man in der Sonne die Haut vor UV-Strahlen schützen muss, ist inzwischen selbstverständlich. Weniger bekannt ist, dass auch die Augen Schutz vor dem UV-Licht benötigen.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Nahrungsergänzungsmittel

Bild einer Frau, die Nahrungsergänzungsmittel in der Hand hält

Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe – viele Menschen, die ihrer Gesundheit etwas Gutes tun möchten, greifen auf Nahrungsergänzungsmittel zurück. Nicht ohne Grund: Gegen zahlreiche Beschwerden ist der Nutzen von Vitamin- und Nährstoffpräparaten gut belegt. Doch woran erkennt man eigentlich einen Vitaminmangel? Und in welchen Lebensmitteln sind die einzelnen Nährstoffe enthalten? Die Antworten finden Sie hier! Anschauliche Steckbriefe informieren über die beliebtesten Nahrungsergänzungsmittel.

Mehr erfahren

Heilpflanzen A-Z

Heilpflanzen

Eine Heilpflanze (auch Drogenpflanze oder Arzneipflanze genannt) ist eine Pflanze, die in der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) wegen ihres Gehalts an Wirkstoffen zu Heilzwecken oder zur Linderung von Krankheiten verwendet werden kann. Sie kann als Rohstoff für Phytopharmaka in unterschiedlichen Formen, aber auch für Teezubereitungen, Badezusätze und Kosmetika verwendet werden.

Mehr erfahren
Apotheke am Neuen Markt
Inhaber Lutz Pieconka
Telefon 04361/34 01
E-Mail mail@apotheke-am-neuen-markt.de