Kaiserschnitt: Narbe mit Folgen


Wenn die Narbe Probleme macht
Kaiserschnitt Narbe
mauritius images / Westend61 / Gemma Ferrando

Kaiserschnitte sind in Deutschland häufig. 2024 war jede dritte Geburt eine Kaiserschnittentbindung. Neben medizinischen Gründen spielen dabei auch Ängste und Lifestyle-Faktoren eine Rolle. Dass die durch den Kaiserschnitt entstandene Narbe dabei kein rein kosmetisches Problem ist, übersehen dabei viele.

Nicht nur medizinische Gründe

Entscheidet sich eine Frau für einen Kaiserschnitt, kann das viele Gründe haben: bessere Planbarkeit, Angst vor den Geburtsschmerzen und Angst vor den Folgen einer natürlichen Geburt wie Harninkontinenz. Aber auch Kaiserschnitte können gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Häufig sind dabei Probleme mit der Kaiserschnittnarbe. Mediziner*innen sprechen hierbei von Sectionarbendefekten.

Symptome können sein:

  • Schmierblutungen nach der Menstruation (sog. Postmenstruelles Spotting)
  • Schmerzen bei der Menstruation
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Chronische Schmerzen im Unterbauch
  • Vaginaler Ausfluss
  • Probleme, wieder schwanger zu werden
  • Narbenbedingte Probleme bei nachfolgenden Schwangerschaften.

Bei einer niederländischen Befragung mit über 2000 Kaiserschnitt-Patientinnen gaben 42,5% der Befragten an, an solchen Symptomen zu leiden.

Was hat die Narbe mit den Symptomen zu tun?

Dabei unterscheiden die Mediziner*innen 3 Formen von Sectionarbendefekten: Am häufigsten entsteht innerhalb der Gebärmutter durch die Narbe eine Einziehung. In dieser Nische kann sich Flüssigkeit ansammeln, auch eine chronische Entzündung ist möglich. Bei der zweiten Form ist die vordere Gebärmutterwand nach der Heilung so dünn, dass die Gebärmutter nach hinten umknickt. Die Abknickung erzeugt Schmerzen und Menstruationsblut kann eventuell nicht normal abfließen. Bei der dritten Variante verwächst die Gebärmutter mit der Bauchwand und wird dadurch verformt.

Flüssigkeit und Entzündung können dann zur Unfruchtbarkeit führen. Auch eine Endometriose tritt bei betroffenen Frauen häufiger auf, fast die Hälfte der Frauen ist davon betroffen.

Diagnostik und Therapie

Besteht der Verdacht auf einen Sectionarbendefekt, wird die Frauenärzt*in eine Ultraschalluntersuchung der Gebärmutter machen. So kann sie die Form der Gebärmutter und eventuelle Flüssigkeit im Inneren sehen. Steht fest, dass die Beschwerden der Frau von einem Sectionarbendefekt herrühren, kann dieser mit einer Operation behandelt werden. Je nach Größe und Art des Defektes kann dafür ein minimalinvasiver Eingriff ausreichen.

Die Operation lindert die Beschwerden der meisten Frauen. Das gilt auch für die Fruchtbarkeit. Nach dem Eingriff können viele zuvor unfruchtbare Frauen wieder schwanger werden.

Quellen:

 

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