Epilepsie: Körper außer Kontrolle


Risiken im Alltag meistern
Epilepsie: Körper außer Kontrolle

Rund 800.000 Menschen in Deutschland sind an Epilepsie erkrankt. Aus ganz unterschiedlichen Gründen leiden Menschen unter epileptischen Anfällen. Worauf Betroffene und Angehörige bei einem epileptischen Anfall achten müssen, erklärt die Apothekerkammer Niedersachsen.

Epilepsie kennt kein Alter

Epilepsie äußert sich durch plötzliche Krampfanfälle, die je nach Stärke und Verlauf mit unkontrollierten Zuckungen, Verkrampfungen und Bewusstseinsverlust des Betroffenen einhergehen. Auftreten können die Krampfanfälle in jedem Alter und aus ganz unterschiedlichen Gründen. Mögliche Ursachen sind Missbildungen im Gehirn, eine genetische Veranlagung, Hirnverletzungen oder Folgen eines Schlaganfalls. Gefährlich ist der so genannte „Status Epilepticus“. Diese Anfallsart kann länger als zehn Minuten andauern. Oft kann sich der Patient davon nicht wieder selbstständig erholen.

Das Wichtigste für Helfer

Ein akuter epileptischer Anfall ist für den Patienten physisch und psychisch sehr belastend, gleichzeitig  irritiert er uninformierte Beteiligte. Viele Menschen wissen nicht, was zu tun ist. Die Apothekerkammer Niedersachsen hat die wichtigsten Verhaltensregeln zusammengestellt:

  • Bewahren Sie Ruhe! Die meisten Anfälle dauern weniger als zwei Minuten.
  • Verhindern Sie Verletzungen und lassen Sie den Betroffenen auskrampfen.
  • Entfernen Sie gefährliche Gegenstände oder polstern Sie Pfosten oder Türkanten ab, beispielsweise mit Decken.
  • Bringen Sie den Betroffenen, nachdem er ausgekrampft hat, in eine stabile Seitenlage, damit dieser nicht an Erbrochenem ersticken kann.
  • Verständigen Sie unbedingt den Rettungsdienst, wenn Ihnen der Betroffene und seine Erkrankung nicht bekannt sind. Ist Ihnen bekannt, dass der Betroffene Epileptiker ist, sollte die Rettung alarmiert werden, wenn der Krampf länger als fünf Minuten dauert.
  • Bleiben Sie nach dem Anfall bei dem Betroffenen, bis er klar ist und sich orientieren kann. Das kann unter Umständen einige Zeit dauern, da der Betroffene nach dem Krampf in eine Nachschlafphase fällt.

 Geduld gefragt
Medikamente können die Häufigkeit und Schwere der Anfälle vermindern. Doch bis der passende Wirkstoff und die richtige Dosis gefunden sind, erfordert es manchmal Geduld. Im ersten Schritt gelingt eine stabile Ersteinstellung nur bei 50 Prozent der Patienten. Eine grundlegende Voraussetzung für den Therapieerfolg ist die zuverlässige Einnahme der Medikamente sowie eine dauerhafte Zusammenarbeit mit dem Arzt und Apotheker, der die Feinabstimmung der Medikation übernimmt.

Nicht hormonell verhüten

Manche Medikamente gegen Epilepsie, zum Beispiel Phenobarbital, Carbamazepin, Phenytoin oder Oxcarbazepin, beeinträchtigen die Wirksamkeit der Anti-Baby-Pille. Experten rechnen mit bis zu doppelt so vielen ungewollten Schwangerschaften bei Epilepsiepatientinnen, die mit der Pille verhüten. Auch hormonhaltige Vaginalringe oder Hormonpflaster wirken nicht zuverlässig. Epilepsiepatientinnen sollten sich deshalb nicht auf die hormonelle Verhütung verlassen, sondern besser andere Verhütungsmethoden wählen. Eine gute Möglichkeit sind Kupferspiralen, weil sie nicht unmittelbar auf Hormonbasis wirken.

News

Nur ein Medikament oder schon Doping?
Blick auf die Beine des Teilnehmerfeldes bei einem Stadtlauf.

Strenge Regeln selbst im Freizeitsport

Wettkämpfe sind nicht nur dem Spitzensport vorbehalten. Auch viele Freizeitsportler*innen messen sich gerne, etwa beim Marathon oder bei Radveranstaltungen. Aber Vorsicht: Auch für sie gelten Anti-Doping-Bestimmungen. Und die sind oft strenger, als vermutet.   mehr

Schützt Lithium vor Demenz?
Schützt Lithium vor Demenz?

Behauptung im Netz

Lithium ist ein starkes Medikament gegen schwere psychische Erkrankungen. Im Netz kursiert aber auch die Behauptung, dass Lithium in geringen Dosen Demenz vorbeugen kann. Was ist dran?   mehr

Faktencheck Krebsdiäten
Faktencheck Krebsdiäten

Nützlich oder schädlich?

Viele Menschen mit Krebs hoffen, den Tumor durch eine spezielle Ernährung beeinflussen zu können. Doch eine neue Leitlinie macht deutlich: Für Krebsdiäten gibt es keinen belegten Nutzen. Und wenn sie zu einer Mangelernährung führen, können sie sogar gefährlich werden.   mehr

Präeklampsie & Co erhöhen Herzrisiko
Präeklampsie & Co erhöhen Herzrisiko

Schwangerschaft mit Folgen

Schwangerschaftskomplikationen müssen nicht nur akut gut beobachtet werden. Betroffene Frauen haben auch lange nach der Geburt ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck und Herzinfarkt.   mehr

So schluckt das Baby seine Arznei
Baby bekommt Flüssigkeit mit  einer nadellosen Spritze eingegeben. So kann man Arzneimittel exakt dosieren.

Spritze statt Löffel

Der Geschmack ist oft übel, die Dosierung knifflig — Kleinkindern und Babys Medikamente zu verabreichen, ist gar nicht so einfach. Folgende Tipps machen es Kindern und Eltern leichter.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Nahrungsergänzungsmittel

Bild einer Frau, die Nahrungsergänzungsmittel in der Hand hält

Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe – viele Menschen, die ihrer Gesundheit etwas Gutes tun möchten, greifen auf Nahrungsergänzungsmittel zurück. Nicht ohne Grund: Gegen zahlreiche Beschwerden ist der Nutzen von Vitamin- und Nährstoffpräparaten gut belegt. Doch woran erkennt man eigentlich einen Vitaminmangel? Und in welchen Lebensmitteln sind die einzelnen Nährstoffe enthalten? Die Antworten finden Sie hier! Anschauliche Steckbriefe informieren über die beliebtesten Nahrungsergänzungsmittel.

Mehr erfahren

Heilpflanzen A-Z

Heilpflanzen

Eine Heilpflanze (auch Drogenpflanze oder Arzneipflanze genannt) ist eine Pflanze, die in der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) wegen ihres Gehalts an Wirkstoffen zu Heilzwecken oder zur Linderung von Krankheiten verwendet werden kann. Sie kann als Rohstoff für Phytopharmaka in unterschiedlichen Formen, aber auch für Teezubereitungen, Badezusätze und Kosmetika verwendet werden.

Mehr erfahren
Apotheke am Neuen Markt
Inhaber Lutz Pieconka
Telefon 04361/34 01
E-Mail mail@apotheke-am-neuen-markt.de