Laborwerte von A-Z: Alles mit D


D-Dimere und Fibrin[ogen]spaltprodukte

Fibrin[ogen]spaltprodukte (FSP) sind Eiweiße, die durch Spaltung des „Gefäßklebstoffs“ Fibrin bzw. seiner Vorstufe Fibrinogen bei der Auflösung von Blutgerinnseln (Fibrinolyse) entstehen. Die D-Dimere erlauben eine Differenzierung der FSP, weil sie nur durch Spaltung von Fibrin entstehen.

Normalbereich (Blut)

  • Fibrin[ogen]spaltprodukte: < 1 mg/l (laborabhängig)
  • D-Dimere: 20–150 µg/l (laborabhängig)

Ursachen erhöhter Werte

  • Tiefe Beinvenenthrombose und andere Thrombosen
  • Lungenembolie und andere Embolien
  • Verbrauchskoagulopathie
  • Gerinnsel auflösende Therapie (Lysetherapie)
  • Operationen und andere Gewebeschädigungen
  • Größere Entzündungen
  • (Fortgeschrittene) Tumoren.
Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014).
Desoxypyridinolin und Pyridinolin

Kollagenfasern bilden Quervernetzungen zur Erhöhung ihrer Stabilität, die (Hydroxy-)Pyridinium-Crosslinks. Wird Knochen abgebaut, werden diese Crosslinks ins Blut freigesetzt und mit dem Urin ausgeschieden. Desoxypyridinolin kommt fast nur im Knochen vor (ist also knochenspezifisch), Pyridinolin darüber hinaus in Knorpel.

Normalbereich (Morgenurin)

  • Desoxypyridinolin: 25–65 µg/g Kreatinin (laborabhängig)
  • Pyridinolin: 160–280 µg/g Kreatinin (laborabhängig)

Indikation

  • Gesteigerter Knochenabbau
  • Verlaufskontrolle bei einer Behandlung mit Hormonen oder Bisphosphonaten zur Behandlung eines gesteigerten Knochenumbaus

Ursachen erhöhter Werte

  • Osteoporose
  • Nebenschilddrüsen-Überfunktion (Hyperparathyreoidismus)
  • Vitamin-D-Mangel
  • Bösartige Tumoren mit Beteiligung der Knochen (z.B. Plasmozytom oder Knochenmetastasen)
  • Paget-Krankheit
  • Schwangerschaft, kindliche Wachstumsphase und Pubertät
Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014).
Differenzialblutbild
Differenzialblutbild
Stokkete/Shutterstock.com

Blut besteht nicht nur aus Flüssigkeit, sondern auch aus einer Vielzahl verschiedener Zellen. Ein wichtige Gruppe von Zellen sind die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) - sind unter anderem für die Abwehr von Krankheitserregern verantwortlich. Die weißen Blutkörperchen sind aber keine einheitliche Zellgruppe, sondern umfassen viele verschiedene Zelltypen. Bei einer Blutuntersuchung lassen sich diese Zelle alle einzeln aufschlüsseln - man nennt das dann “Differenzialblutbild” Dadurch kann die Ärzt*in  Rückschlüsse auf die Erkrankung ziehen und Symptome besser einordnen (siehe Tabelle). Die wichtigsten Zelltypen sind:

  • Granulozyten mit den drei Untergruppen neutrophile, eosinophile und basophile Granulozyten. Die neutrophilen Granulozyten töten Krankheitserreger ab und nehmen Zelltrümmer in sich auf. Sie gehören also zu den Fresszellen. Den eosinophilen Granulozyten sind vor allem aktiv  bei der Abwehr von Würmern und Parasiten - also sehr großen Erregern. Genauso wie die basophilen Granulozyten sind sie aber auch an allergischen Reaktionen beteiligt.
  • Lymphozyten, Sie sind für die spezifische Abwehr verantwortlich.  Das heißt, sie sind auf die genaue Struktur einzelner Krankheitserreger spezialisiert. Grob werden die Lymphozyten in T- und B-Lymphozyten unterteilt. Die T-Lymphozyten binden direkt an fremde oder entartete Zellen und vernichten sie. Dadurch bekämpfen sie nicht nur Viren, Pilze und Bakterien, sondern auch Krebszellen. Die B-Lymphozyten bilden Antikörper (Immunglobuline). Die Antikörper binden an Krankheitserreger und markieren sie so für die anderen Zellen der Immunabwehr.
  • Monozyten, die ebenfalls zu den Fresszellen zählen.

 Meist erstellt heute ein Gerät das Differenzialblutbild vollautomatisch (Automaten-Differenzialblutbild). Sind die Ergebnisse jedoch zweifelhaft, wird ein  manuelles Differenzialblutbild erstellt. Gleiches gilt, wenn  nach Veränderungen im Aussehen der weißen Blutzellen oder Einlagerungen gesucht wird, etwa bei Verdacht auf Blutkrebs. Dafür wird ein  Blutausstrich angefertigt und mikroskopiert.

Indikation

  • Klärung von erhöhten oder erniedrigten Zahlen weißer Blutkörperchen im Blutbild
  • Diagnose und Verlaufskontrolle von Infektionen oder Blutkrankheiten (z. B. Blutarmut, Leukämie).
Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung: Marie Schläfer.

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Heilpflanzen

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